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Eugen Roth fasziniert nicht nur durch seine Reimkunst, die immer wieder orignell,
einprägsam und verblüffend ist, sondern vor allem durch seinen Witz, der einen
immer wieder "seitlich" erwischt. Markenzeichen Eugen Roth's sind jene
Gedichte, die mit "Ein Mensch" beginnen. Oft wird er als Wilhelm Busch des 20.
Jahrhunderts bezeichnet, da seine humorvollen Reime sehr hintergründig die
menschlichen Schwächen betrachten. Er beginnt bei scheinbar ganz alltäglichen
Situationen und durchschaut die "Fassade", die wir gern vor uns aufbauen.
Aufgewachsen ist Eugen Roth in München, als Sohn des Schriftstellers Hermann
Roth. Über seine Kindheit und Jugend ist wenig bekannt - wie Eugen Roth überhaupt
sehr darauf bedacht war, nicht zu viel von seinem Leben in der Öffentlichkeit
preis zu geben. 1914, nach Abschluss des Gymnasiums, wurde er als Kriegsfreiwilliger
auf Zypern schwer verwundet. Wieder genesen und nach München zurück gekehrt, studierte
er Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie und promovierte 1922.
Seine ersten Versuche als Schriftsteller mit religiös
geprägter Lyrik und autobiographischen Erzählungen brachten ihm keinen
besonderen Erfolg. Deshalb entschloß er sich 1927 dazu, bei den "Münchner
Neuesten Nachrichten" als Lokal- und Feuilletonredakteur zu arbeiten.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er dort wegen
angeblicher "Unzuverlässigkeit" 1933 fristlos entlassen. Von nun an war Roth
als freier Schriftsteller in München tätig und begann damit, im
"Simplizissimus" seine Verse "Ein Mensch" zu veröffentlichen. Nur zwei Jahre
nach seiner Entlassung bei den "Münchner Neuesten Nachrichten" brachte ihm die
Herausgabe der Sammelausgabe "Ein Mensch" den großen Publikumserfolg.
1952 erhielt er von seiner Vaterstadt München den Kunstpreis für Literatur.
Eugen Roth war natürlich mehr als nur ein Schriftsteller. Er war Kunstsammler
und Pilzkenner, spielte Flöte und soll - obwohl er einen Führerschein hatte -
niemals selbst ein Auto gefahren haben. Am 28.4.1976 starb Eugen Roth in
München.
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