Eugen Roth: Vita


Eugen Roth
Eugen Roth (24.01.1895 - 28.04.1976)



Eugen Roth fasziniert nicht nur durch seine Reimkunst, die immer wieder orignell, einprägsam und verblüffend ist, sondern vor allem durch seinen Witz, der einen immer wieder "seitlich" erwischt. Markenzeichen Eugen Roth's sind jene Gedichte, die mit "Ein Mensch" beginnen. Oft wird er als Wilhelm Busch des 20. Jahrhunderts bezeichnet, da seine humorvollen Reime sehr hintergründig die menschlichen Schwächen betrachten. Er beginnt bei scheinbar ganz alltäglichen Situationen und durchschaut die "Fassade", die wir gern vor uns aufbauen.

Aufgewachsen ist Eugen Roth in München, als Sohn des Schriftstellers Hermann Roth. Über seine Kindheit und Jugend ist wenig bekannt - wie Eugen Roth überhaupt sehr darauf bedacht war, nicht zu viel von seinem Leben in der Öffentlichkeit preis zu geben. 1914, nach Abschluss des Gymnasiums, wurde er als Kriegsfreiwilliger auf Zypern schwer verwundet. Wieder genesen und nach München zurück gekehrt, studierte er Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie und promovierte 1922. Seine ersten Versuche als Schriftsteller mit religiös geprägter Lyrik und autobiographischen Erzählungen brachten ihm keinen besonderen Erfolg. Deshalb entschloß er sich 1927 dazu, bei den "Münchner Neuesten Nachrichten" als Lokal- und Feuilletonredakteur zu arbeiten.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er dort wegen angeblicher "Unzuverlässigkeit" 1933 fristlos entlassen. Von nun an war Roth als freier Schriftsteller in München tätig und begann damit, im "Simplizissimus" seine Verse "Ein Mensch" zu veröffentlichen. Nur zwei Jahre nach seiner Entlassung bei den "Münchner Neuesten Nachrichten" brachte ihm die Herausgabe der Sammelausgabe "Ein Mensch" den großen Publikumserfolg.

1952 erhielt er von seiner Vaterstadt München den Kunstpreis für Literatur. Eugen Roth war natürlich mehr als nur ein Schriftsteller. Er war Kunstsammler und Pilzkenner, spielte Flöte und soll - obwohl er einen Führerschein hatte - niemals selbst ein Auto gefahren haben. Am 28.4.1976 starb Eugen Roth in München.



Keine seiner weiteren Arbeiten erreichte die Bekanntheit der "Ein Mensch"-Verse. Vergleichbar erfolgreich ist vielleicht noch sein "Tierleben für jung und alt" aus dem Jahr 1948. Ebenfalls 1948 veröffentlichte er weitere Gedichte in dem Band "Mensch und Unmensch" und schließlich "Der letzte Mensch" (1964). Weitere Bücher von ihm tragen zum Beispiel die Titel "Die Frau in der Weltgeschichte", "Der Wunderdoktor", "Abenteuer in Banz" oder "Der Fischerkasten".






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